WordPress Probleme beheben: So geht’s

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Ist WordPress einmal installiert, läuft es normalerweise ohne Probleme. Falls doch welche auftreten, wie etwa ein weißer Bildschirm, ist guter Rat teuer. Oder auch kostenlos: In diesem Ratgeber.

WordPress Problem beheben

Ursache von Problemen

Normalerweise läuft WordPress sehr stabil. Ohne Änderungen am System wird sich daran auch nichts ändern. Solche Änderungen können sein:

  • Einspielen neuer Plugins
  • Editieren von Konfigurationsdateien
  • Abspeichern von Dateien, die vom System ausgelesen werden
  • Update von Erweiterungen
  • Aktualisierung der WordPress-Version
  • Ein Hacker-Angriff (siehe WordPress schützen)
  • Verwenden einer neueren PHP-Version
  • Betriebssystem-Update durch den Provider

Wir konzentrieren uns in diesem Beitrag auf einige schwerwiegende Probleme, die WordPress-Admins den letzten Nerv rauben können. Gleichzeitig erfährst Du, was zu tun ist, um das jeweilige WordPress Problem zu lösen.

Typische Probleme mit WordPress

Die folgende Auflistung ist keineswegs vollständig, aber sie enthält die wesentlichen Fälle. Kleinere Problemchen werden hier nicht aufgeführt. Wir ergänzen diese Liste immer dann, wenn wir selbst neue Erfahrungen sammeln und eine Lösung bereitstellen können.

Weißes Bild im Hauptbereich der Admin-Konsole

Das ist der Alptraum eines jeden Administrators. WordPress lässt sich gar nicht mehr bedienen. Eine Administration oder Konfiguration ist nicht mehr möglich. Der Worst-Case also, den man schnellstmöglich bekämpfen muss.

Die Ursache für dieses WordPress Problem ist oft eine falscher Kodierung bzw. Codepage der Textdatei. Meist ist wp-config.php betroffen. Der Grund ist das meist Abspeichern mit einem Standard-Texteditor wie Notepad für Windows. Notepad speichert im Format UTF-8 mit BOM ab. Richtig für WordPress ist aber UTF-8 ohne BOM.

Ein sehr zu empfehlender Editor, mit dem dieses Problem behoben werden kann, ist der kostenlose Notepad++. Damit die Textdatei öffnen und im Menü unter Kodierung dann UTF-8 ohne BOM auswählen, danach die Datei abspeichern.
Ist das Problem dann nicht gelöst, alle PHP-Dateien, die man zuletzt geändert hat, ebenso bearbeiten und im richtigen Format abspeichern.

Fehlerhafte Plugins

Gelegentlich rühren WordPress Probleme auch von fehlerhaften Plugins bzw. Inkompatibilitäten, die sich nach Aktualisierung von WordPress auf eine neue Version eingeschlichen haben. Die Erweiterungen werden ja schließlich nicht so oft einem Update unterzogen wie WordPress selbst. Um herauszufinden, welches Plugin Ärger macht oder ganz allgemein, was die Ursache für ein Problem ist, kann man eine erweiterte Fehlerausgabe in WordPress aktivieren.

Verwendet man Speedups oder Cache Erweiterungen wie Autoptimize, dann können diese häufig der Übeltäter sein. Um das festzustellen, das entsprechende Plugin deaktivieren oder in dessen Optionen alle Optimierungen ausschalten (insbesondere für HTML-Code und JavaScript). Vor allem prüfen, ob die Anzeige auch dann funktioniert, wenn man nicht als Administrator oder Redakteur eingeloggt ist! Oft funktioniert nämlich die Darstellung überraschenderweise für eingeloggte User, nicht aber für normale Leser!

Zu wenig Hauptspeicher

Dieses Problem ist besonders tückisch. Denn es tritt oft auf, nachdem man ein nahezu beliebiges Plugin installiert und aktiviert hat. Kommt es dann zu einem Problem, liegt zunächst der Gedanke nahe, die Ursache rührt von der letzten Einspielung. Weit gefehlt, wenn der zugewiesene Hauptspeicher nicht ausreicht.

Maßnahmen zur Fehlerbehebung

Verfügbaren Hauptspeicher erhöhen

RAM haben die meisten Server heutzutage genügend. Jedoch muss dieser auch für die WordPress-Installation erreichbar sein. Damit das gewährleistet ist, empfehlen wir dringend, den Standardwert von 64 Megabyte auf 128 hochzusetzen. Dazu sind mehrere Schritte notwendig:

Zuerst teilt man WordPress mit, wie viel Speicher es verwenden darf. Dazu die Datei wp-config.php um folgende Zeile erweitern:

define('WP_MEMORY_LIMIT', '96M');

Nun weisen wir PHP insgesamt 128 MB zu (wovon WP 96 Megabyte bekommt, wir wollen anderen Anwendungen auf dem Server auch eine Chance geben). Am einfachsten geht das durch hinzufügen folgender Zeile in die .htaccess Datei auf dem Server:

php_value memory_limit 128M

Hat man das File php.ini direkt im Zugriff kann man anstelle dessen auch dort reinschreiben:

memory_limit = 128M ;

Nun empfiehlt es sich spaßeshalber mal alle Plugins wieder zu aktivieren, die man zuvor als Problembringer verdächtigt hat. Meist stellt sich dann heraus, dass es nicht eine Erweiterung war, sondern ein Speicherproblem!

Ein positiver Nebeneffekt des höhergesetzten Speicherwertes ist die schnellere Aufbaugeschwindigkeit des gesamten Blogs. Das freut den Administrator, der nun nicht mehr zu lange auf den Editor warten muss, bis er den Content gespeichert hat. Aber auch Besucher sehen den heiß ersehnten Artikel wesentlich schneller. Und Suchmaschinen ranken die Seite höher, weil Page Speed seit längerem ebenfalls ein Kriterium ist!

Wer als Admin seine WordPress Instanz weiter optimieren will, der sollte sich die offiziellen Infos zum Speichermanagement ansehen.

Einstellungen auf einem Managed Server

Das Ändern der Speicherwerte bei Providern wie Strato sollte man direkt im dedizierten Admin-Bereivh vornehmen. Das Einfügen einer PHP Steueranweisung wie oben angegeben in htaccess führte bei einem unserer Tests zu einem Totalversagen der Webpräsenz. Daher die Anpassung in der Konsole von Strato vornehmen. Für den Managed Server sieht das so aus:

Serverkonsole
PHp Einstellungen auf dem Server

Debug-Ausgaben aktivieren

Dazu in der Datei wp-config.php folgende Anpassungen vornehmen:

define('WP_DEBUG', true);
define('WP_DEBUG_LOG', true);
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', true );

Wenn das Log eingeschaltet ist, wird eine Protokolldatei namens debug.log in das Verzeichnis wp-content geschrieben. Den Inhalt dieses Files sollte man sich unbedingt ansehen, nachdem man als Admin das Dashboard aufgerufen hat.
Zu den Variablen und Debug-Möglichkeiten in der Konfigdatei gibt es auf der offiziellen Webseite weitere Infos.

Ursache sind oft Plugins

Wir hatten das Problem mit dem weißen Screen im WordPress Dashboard nach einem Update des SendPress Newsletter Plugins gehabt. Nachdem wir diese Erweiterung als fehlerhaft identifiziert hatten, blieb nur noch die Deaktivierung des Plugins. Eine andere Lösung gab es nicht. Also entweder neues Plugin suchen oder ohne die Newsletter-Funktion leben. Den Code des Plugins selbst anzupassen, macht sicher nur wenig Spaß und ist nicht besonders effektiv! Dann lieber dem Autor der Software eine Nachricht zukommen lassen.

Konfiguration wieder zurücksetzen

Nach Lösung des Problems mit WordPress nicht vergessen, die Konfigurationsdatei wieder auf den Ursprungszustand zurückzusetzen. Es empfiehlt sich auch, vor einer Änderung ein Backup der Datei zu ziehen.

Welche Probleme mit WordPress sind Dir als Admin untergekommen? Wenn Du Hilfe brauchst, dann schreibe einfach einen Kommentar mit Problembeschreibung und wir helfen Dir!

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          • Nicht für Profis

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          Dr. Klaus Meffert
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          Dr. Klaus Meffert

          Geschäftsführer bei IT Logic GmbH
          Der Autor ist Diplom-Informatiker und hat neben seinem Beruf als Organisationsberater zum Doktoringenieur promoviert. Er besitzt über 25 Jahre Erfahrung im IT-Bereich (Software-Lösungen, Apps,Web, Online-Marketing,) ist mehrfacher Buchautor und Autor zahlreicher Fachartikel. Er hilft Unternehmen mit maßgeschneiderten Software-Lösungen und mit besseren Google-Rankings zu mehr Erfolg.
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