Strato Managed Server: Mein Erfahrungsbericht als Webmaster

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten, 18 Sekunden

Ein Managed Server ist ein dedicated Root Server, der bereits vom Provider voll eingerichtet ist. Außerdem werden Sicherheits-Updates automatisch durchgeführt und es gibt eine Admin Konsole zum Verwalten des Servers. Strato bietet diese Art von Produkt an. Nach nunmehr zwei Jahren kann ich auf zahlreiche Erfahrungen mit dem Managed Server, dem Support und den SLA (Service Level Agreement) zurückgreifen.

Managed Server

Erfahrungsbericht zum Strato Managed Server

Ich besitze einen Managed Server Level 3 für 69 Euro/Monat. Mittlerweile kostet derselbe Server (oder ein besserer) übrigens zehn Euro weniger.

Der Server im Detail

Rechenleistung

Der Server ist ziemlich schnell. Es gibt zwar deutlich leistungsfähigere Rechner. Aber für Alltagsanwendungen und auch solche, die mehr Rechenpower erfordern, eignet er sich vollkommen. Zudem kann man bei Bedarf einen höheren Level kaufen, der allerdings dann wesentlich teurer ist!

Ich selbst betreibe eine rechenintensive Anwendung auf dem Server und sie läuft sehr performant. Genauer gesagt geht es um die Berechnung von vollwertigen Reiseplänen für Städtereisen inklusive Routenführung. Zu bewundern ist der virtuelle Reiseführer unter www.tripango.de. Zusätzlich laufen einige Webseiten auf dem Managed Server, die zwar nicht hoch frequentiert sind, aber doch des öfteren aufgerufen werden.

Außerdem wird die WordPress Datenbank einer auf dem Strato Server laufenden Anwendung dauernd aktualisiert.

Hauptspeicher

Mit 8 GB RAM ist die Maschine bestens ausgerüstet für LAMP-Anwendungen aller Art. Der Managed Server läuft nämlich unter Linux.

Netzwerkanbindung

Hier gibt es keine negativen Erfahrungen. Die Anbindung ist pfeilschnell. Ein V-Server ist nicht zu vergleichen und wesentlich schlechter erreichbar. Der Managed Server ist quasi immer online. Einzige wirklich nervende Ausnahme sind die planmäßig durchgeführten Wartungen. Meist handelt es sich laut Mails von Strato um Sicherheitsupdates. Diese Updates werden leider mittag am Tag und meist Freitags, wenn viele potentielle Kunden Zeit zum Surfen außerhalb der Arbeitszeiten haben, durchgeführt. Die Wartungen führen regelmäßig dazu, dass der Server offline ist. Er kann zwar über die Admin Konsole erreicht und gesteuert werden. Die auf dem Rechner gehosteten Domänen sind aber dennoch nicht online.

Festplatte

Zur Geschwindigkeit gibt es nichts zu sagen. Es ist eine moderne Platte mit entsprechend guter Performance. Allerdings fiel die Hard Disk einmal aus, nämlich nach (schon) zwei Jahren. Das führte dazu, dass ich eine Störungsmeldung aufmachen musste. Bzw. war es so, dass der Server bereits offline war, als ich von der Störung merkte. Die Strato Management Konsole zeigte auch an, dass der Server offline ist. Mehr dazu weiter unten.

Domänen

Man kann eine Domain direkt auf dem Server buchen. Das hat den Vorteil, dass man lokal ein Heimverzeichnis einstellen kann. Dafür kostet die Domäne auch durchweg 99 Eurocent pro Monat und ist damit nicht so günstig wie eine .de Domäne.

Management Konsole

Hierzu habe ich einen eigenen Artikel verfasst, der auch Informationen zum Konfigurieren des Strato Servers enthält. Daher gibt es an dieser Stelle keine Details. Bleibt zu sagen, dass die Statusanzeige zwar dürftig, aber meist ausreichen ist. Die Wartungsoberfläche zeigt an, ob die gehostete Hardware verfügbar ist oder nicht. Außerdem wird die Auslastung von RAM und CPU angezeigt. Mehr braucht man normalerweise nicht.

Tools

Die Management Konsole bietet einfache Möglichkeiten, um etwa MySQL Datenbanken anzulegen oder direkt Domänen zu ordern. Weiterhin wird für MySQL eine phpMyAdmin Oberfläche angeboten, die sehr praktisch ist und die ich nicht missen möchte.
Selbstversändlich wird PHP unterstützt. Man kann nicht nur die PHP-Version wählen, die bereitgestellt wird, sondern weitere PHP-Einstellungen vornehmen und auch den Apache Webserver konfigurieren:
PHP konfigurieren

Die Tools können allesamt im Browser über die Adresse config.stratoserver.net aufgerufen werden. Von dort können auch vorgegebene Anwendungen wie WordPress oder Magento mit wenigen Klicks installiert werden.

Support

Grundsätzlich ist der Support von Strato gut. Ruft man dort an, erreicht man fast immer jemanden. Das ist anscheinend nicht selbstverständlich. Man schaue sich nur Telekommunikationsfirmen an…

Allerdings besteht der Support zunächst einmal aus Personen, die nur oberflächliche Kenntnisse besitzen. Das ist immer so. Allerdings führt das je nach Unternehmenspolitik dazu, dass bestimmte Probleme wegdiskutiert werden. Beim Ausfall der Festplatte war es allerdings anders. Ein Mitarbeiter des Supports suggerierte mir, die Störung sei in Kürze behoben, etwa in einer Stunde Das war allerdings eine Falschaussage. Der nächste Mitarbeiter, den ich zwei Stunden später anrief, versprach mir, die Priorität des Falls hochzusetzen. Der dritte Mitarbeiter, den ich weitere vier Stunden später erreichte, verdeutlichte mir, dass das Service Level Agreement (SLA) eine Reaktionszeit von 48 Stunden vorsieht. Später erfuhr ich, dass mein Server gar keine SLA besitzt, da die SLA erst vor kurzem eingeführt worden wären Hierzu kann sich jeder selbst seine Meinung bilden.

Aktueller Stand nach Aussage eines Hotline-Mitarbeiters: Für Managed Server werden gar keine SLA angeboten. Laut Mitarbeiter betrage die Zielverfügbarkeit 99%, was sehr schlecht ist (3,65 Tage pro Jahr). Eine Cluster-IP Adresse, die eine pragmatische Lösung für eine Failover-Architektur wäre, gibt es für dieses Produkt nicht.

Ein Teil des Problems sind übrigens die dauernd wechselnden Angebote von Strato. Hier verliert nicht nur der Kunde schnell den Überblick, sondern auch der Kundenbetreuer.

Verhalten bei Problemen und Störungen

Dazu habe ich gerade schon das meiste gesagt. Kleinere Probleme werden recht schnell erledigt. Auch reine Dienstleistungen, die oft kostenpflichtig sind, wie ein Domänenumzug werden gut unterstützt. Der Austausch der Festplatte geschah deutlich schneller als innerhalb von 48 Stunden. Insgesamt war das System für ca. 24 Stunden nicht erreichbar. Nach Wiederverfügbarkeit musste ich mich allerdings darum kümmern, dass die Datenbank beschädigt war und eine Reparatur über die phpMyAdmin durchführen.

SLA

Hierunter sind Rahmenbedingungen zu verstehen, die die Reaktionszeit bei Störungen und die Auflösung der Störung regeln. Vor zwei Jahren gab es anscheinend andere SLAs als heutzutage für Strato Managed Server. Der Support erzählte mir das jedenfalls. Ich konnte allerdings nirgends sehen, was meine vor zwei Jahren gültigen SLA gewesen sind, die heute noch gelten sollen. Darum bat ich den Strato-Mitarbeiter darum, mir diese Information zukommen zu lassen. Ein Update folgt in diesem Erfahrungsbericht.

Die aktuell auf der Webseite von Strato zu findenden SLA sehen eine Entstörung mit dem Passus NBT+12 im kostenfreien Wartungsmodus vor. NBT steht für Next Business Day, womit alle Arbeitstage von Montag bis Freitag gemeint sind.

Das ist bedauerlich, denn wenn am Freitag ein Hardware-Schaden auftritt, dann wird es wohl Montag werden, bis ein Hardwaretausch vorgenommen wird. Man findet nirgends eine Information, was NBT plus 12 Stunden eigentlich bedeutet. Heißt das nun, dass am nächsten Werktag bis 12 Uhr mittags die finale Bearbeitung der Störung erfolgt sein muss? Oder ist damit gemeint, dass bis zu 12 Stunden nach dem nächsten Werktag der Support erfolgreich gewesen sein soll?

Auch nicht so toll ist die Entschädigung, die Strato bei Überschreiten der durch die SLA garantierten Entstörungszeit zahlen möchte. Zunächst muss der Kunden nachweisen, dass eine Überschreitung vorliegt. Dazu müssen alle Störungen dokumentiert und nachgewiesen werden. Das geht über ein Formular, welches wenig prominent zu finden ist. Dann gibt es pro Stunde überschrittener SLA-Zeit 5% vom Monatsbeitrag, maximal aber die monatlichen Serverkosten selbst. Die Mühe lohnt also meist nicht.

Produktstrategie von Strato

Wieder einmal bescherte mir ein bestehendes Problem mit der Verfügbarkeit meines Strato Servers Einsichten in die Strategie des Unternehmens Strato. Was ist passiert?

Am 14.08.2016 war mein Server plötzlich nicht mehr erreichbar, es war 22 Uhr. Und zwar betraf das alle Domänen auf dem Server und alle Web-Anwendungen. Es kann also schlecht an mir gelegen haben. Im Kundenbereich sucht man mittlerweile vergeblich nach einem Mailformular für die Adressierung von Störungen. Eine Telefonnummer für den Support gibt es nur noch in Form einer kostenpflichtigen 24/7 Hotline.

Wenn man etwas sucht, findet man auch weiterhin die kostenfreie Rufnummer, der Kunde soll diese aber anscheinend nicht direkt finden. Abends ist der Support nicht mehr (kostenfrei) erreichbar. Am nächsten morgen ging nach etwas Wartezeit aber direkt ein Mitarbeiter an den Hörer. Er sagte mir, der Server habe sich verhaspelt und müsse neu gestartet werden. Da der First Level Support selbst keinen Reboot-Button hat, müsse er das Problem an das Rechenzentrum weitergeben. Den Dienstweg versuche er zu umgehen, um die viele Bürokratie zu vermeiden, sagte er.

Der freundliche Herr verkündete auch, dass Strato seinen Kunden bald einen Reboot-Button bereitstellen werden. Hoffentlich braucht der Kunde diesen Button nicht allzu oft… Klingt so, als wolle Strato seine Kunden mehr in die Pflicht nehmen und das bei einem verwalteten Server! Hoffentlich gibt es bald eine bessere Alternative, vielleicht bei einem anderen Provider.

Fazit

Insgesamt waren meine Erfahrungen positiv. Allerdings muss man auch sagen, dass ein Unternehmen, das auf die Erreichbarkeit seiner Webseite oder Webanwendung für Kunden angewiesen ist, keinen Managed Server ohne weitere SLA buchen sollte. Vielmehr ist ein Hinzubuchen von kostenpflichtigen SLA-Bestandteilen dann sehr zu empfehlen.

Die Entwicklung der Produktstrategie von Strato muss man mit Sorge betrachten und sich nach Alternativen umschauen.

Da der Preis für einen solchen Server dann nicht mehr ganz so attraktiv erscheint, lohnt es sich, die Angebote andere Provider zu prüfen!

Hierzu gibt es auf ERFOLGSREZEPTE ONLINE einen größeren Artikel: Provider für Server im Test. Ich kann Alfahosting sehr empfehlen.

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Praxiswert

10/10

    Verständlichkeit

    9/10

      Umfang

      9/10

        Preis

        9/10

          Vorteile

          • Hoher Praxiswert
          • Aktuelle Tipps
          • Leicht verständlich

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          Dr. Klaus Meffert
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          Dr. Klaus Meffert

          Der Autor ist Diplom-Informatiker und hat neben seinem Beruf als Organisationsberater zum Doktoringenieur promoviert. Er besitzt 30 Jahre Erfahrung im IT-Bereich (Software-Lösungen, Apps, Web, Online-Marketing, IT-Beratung) ist mehrfacher Buchautor und Autor zahlreicher Fachartikel. Er hilft Unternehmen mit maßgeschneiderten Software-Lösungen und mit besseren Google-Rankings zu mehr Erfolg.
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