Strato Managed Server konfigurieren

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Der Strato Managed Server ist ein vollwertiger (dedicated) Root-Server, der keine virtuellen Instanzen mit den Anwendungen anderer User teilt. Wir zeigen, welche Konfigurationsmöglichkeiten der Strato Managed Server bietet.

Managed Server

Was ist der Strato Managed Server ?

Der Managed Server ist ein dedicated Server, der schon vorinstalliert und vorkonfiguriert ist. Bei Strato ist das Betriebssystem Linux Business Edition. Du musst Dir also keine Sorgen machen über Sicherheitsvorkehrungen, Netzwerkeinstellungen oder die Installation von irgend welchen grundlegenden Programmpaketen oder Sicherheitslücken von Windows. PHP, MySQL und Apache sind schon installiert und können mit der Web-Oberfläche einfach und komfortabel administriert werden.

Neben diesen Vorteilen des Strato Managed Server soll nicht verschwiegen werden, dass man sich diesen Komfort auch durch einen Nachteil erkauft, der für die meisten aber marginal sein sollte:
Da diese Art von Server eben vom Webspace Hoster Strato grundsätzlich vorkonfiguriert ausgeliefert wird und der Provider damit eine gewisse Garantie für die Sicherheit des Systems übernimmt, sind viele harte Eingriffe auf unterer Ebene einfach nicht gestattet und somit auch de facto nicht möglich. Wer sich also Arbeit ersparen will und eine Installation von Linux abstauben will bei gleichzeitigem Root-Zugriff, der hat sich getäuscht. Allerdings aktualisieren die Security Experten von Strato eben dauernd die Installation und nehmen einem damit viel Arbeit ab.

Warum also hier zugreifen? Wir können den Strato Managed Server jedem empfehlen, für den eine klassische Umgebung wie LAMP ausreicht und der nicht irgendwelche wilden freaky Sachen mit seinem Server machen will. Die Frage nach dem Warum, ob managed Server oder nicht, stellt sich nicht für den, der mit wenige Aufwand eine professionelle Shopware, ein CMS wie WordPress, Foren Software oder andere Lösung hochziehen will.

Die von Strato zur Verfügung gestellte Hardware ist jedenfalls absolut ausreichend auch für anspruchsvolle Vorhaben. Die Hardware ist zeitgemäß ausgelegt und bietet genügend RAM, Festplattenplatz und Prozessor Power für Application Hosting und erst recht für den Betrieb von Foren.

Den Strato Managed Server konfigurieren

Der Server wird überwiegend über die webbasierte Admin-Oberfläche von Strato konfiguriert, die vergleichbar ist mit der eines CMS und sogar einfacher zu bedienen ist als Windows Tools. Daneben gibt es die Möglichkeit, per Shell auf den Strato Managed Server zuzugreifen.

Die Web-Oberfläche

Der Aufruf der Administrationskonsole für den Host geschieht im Browser über die URL
https://config.stratoserver.net/

Die Anmeldemaske erscheint daraufhin:

Strato Managed Server Anmeldung
Strato Managed Server Login

Als Hostname gibt man den von Strato mitgeteilten Servernamen ein, beispielsweise h1425456.stratoserver.net

Als Passwort für den Host das selbst vergebene bzw. von Strato initial mitgeteilte.
Nach dem Login baut sich die Admin-Oberfläche mit all ihren Möglichkeiten auf. Die Startseite zeigt eine Übersicht über die aktuelle Performanzsituation des Servers:

Adminkonsole
Strato Managed Server Adminkonsole

Ebenfalls zu sehen sind aktuelle Nachrichten, beispielsweise zu Sicherheitsthemen oder anstehenden Wartungsarbeiten, die Strato eingeplant hat (Menüpunkt Technische News).

Menüpunkt TrafficControl

Hier findet man Statistiken über die Netzwerklast, die durch Besucher entstanden ist. Die Statistik lässt sich monatsweise abrufen und hat folgenden Inhalt:

Trafficstatistik
Managed Server Trafficstatistik

Der Traffic Monitor schlüsselt die Zahlen in eine tagesfeine Grafik auf:

Strato Managed Server
Traffic Tagesstatistik

Mit der Email-Benachrichtigung kann man einstellen, dass Strato automatisch eine Mail abschickt, wenn eine gewisse Trafficgrenze überschritten wurde, beispielsweise 900 Gigabyte pro Monat.

Menüpunkt Domainverwaltung

Die Domainübersicht zeigt alle für den Server registrierten Domänen bzw. den Einrichtungsstatus bei gerade beantragten Domains. Über Neue Domain bestellen kann frisch eine solche zum Server hinzugefügt werden, natürlich kostenpflichtig (aktueller Bruttopreis: 0,99 Euro). Das Installieren der Domäne ist kinderleicht. Lediglich das Heimatverzeichnis über die Strato Oberfläche vom Managed Server einstellen, fertig.

Besitzt man bereits eine Domain bei Strato, die aber außerhalb des Strato Managed Servers liegt, kann man diese Domäne mit Hilfe von Strato Domainumzug komfortabel und papierlos in den Server umziehen. Zu beachten: Bereits gezahlte Gebühren für die Domäne werden nicht zurückerstattet und die Domäne hat einen Preis von z.Zt. € 11,99 brutto pro Jahr.

Unter Subdomains kann man nahezu beliebig viele Subdomains für den Server einrichten. Das macht eigentlich nur Sinn mit einer Domäne, denn ein symbolischer Name wie hxxxx.stratoserver.net ist nicht gerade eine Bereicherung. Nach Anlegen einer Subdomain steht diese nach kurzer Zeit (ein paar Minuten maximal) voll funktionsfähig zur Verfügung.

Menüpunkt E-Mail Konfiguration

Das funktioniert nur, wenn mindestens eine Domäne dem Server zugeordnet ist! Das Vorgehen für die Einrichtung der Email-Konten, Catch-All Postfächer usw. ist analog dem gewohnten Strato Kundenbereich für Web-Pakete.

Menüpunkt Ihr Server

Unter diesem Menüpunkt können FTP-Accounts verwaltet werden. Ein Account besteht aus einem Benutzernamen, eine Passwort und einem Heimatverzeichnis:

FTP Accounts
FTP Acocunts verwalten im Strato Managed Server

Hier gibt es nichts Spannendes mehr zu  berichten, außer, dass Accounts auch wieder deaktiviert oder gelöscht werden können, klar.

Ebenfalls können Datenbanken verwaltet werden. Eine neue Datenbank kann quasi per Knopfdruck angelegt werden. Datenbankname und Benutzername generiert Strato automatisch, man gibt nur noch das Passwort für den User an sowie optional einen Kommentar für die Datenbank und ob ein externer phpMyAdmin Zugrigg möglich sein soll, fertig.

Mitteld Verzeichnisschutz können für bestimmte Verzeichnisse User angelegt werden, die darauf Zugriff haben dürfen. So lässt sich sehr feingranular der Zugriff für einzelne User steuern.

BackupControl zeigt die zuletzt automatisch durch Strato erstellen Backups mit der Möglichkeit, ein vorhandenes Backup wiederherzustellen. Im Standard Strato Managed Server gibt es nur einen Backup-Slot. Man kann kostenpflicht weitere Slots hinzubestellen:

Strato Managed Server Backup
Strato Managed Server Backup Slots

Der Untermenüpunkt Einstellungen ist der wichtigste der ganzen Admin-Konsole. Er ist das Herzstück, das viele Konfigurationsmöglichkeiten erlaubt. Für den Webserver sind dies insbesondere Apache-Einstellungen:

Apache Konfiguration
Strato Managed Server Apache Config

Pro Verzeichnis kann eine eigene Konfiguration festgelegt werden. Beispielsweise könnte die GZIP-Kompression für ein Verzeichnis, in dem nur sowieso schon stark komprimierte Bilder liegen, ausgeschaltet werden.

Die PHP-Optionen sind:

PHP 5.6
Strato Managed Server PHP-Optionen

Beachtlich, dass PHP bis Version 5.6 frei ausgewählt werden kann, das war bis vor kurzem noch nicht der Fall (da gab es nur PHP 5.3). Der PHP-Modus kann die Werte CGI, FastCGI, CGI + eAccelerator, FastCGI + eAccelerator sowie FastCGI + APC annehmen. Die Option log_errors auf aktiv zu setzen, macht insbesondere bei neu aufgesetzter Software Sinn, um Fehler schneller identifizieren zu können. Weggeschrieben werden die Fehler in eine Textdatei auf dem Server im Verzeichnis logs. Alte Fehlerdateien werden automatisch archiviert.

Die PHP-Erweiterungen können umfangreich aktiviert oder deaktiviert werden:

PHP Erweiterungen Strato
Strato Managed Server PHP Erweiterungen

Wer mit MySQL arbeitet, sollte PDO_MySQL auf Ein setzen.

Der Reiter MySQL in den Einstellungen lässt steuern, ob langsame Abfragen protokolliert werden sollen (Slow Query Log, wird in selbes Verzeichnis wie die oben genannten Errors geschrieben), ob phpMyAdmin aktiv ist oder nicht und ob ein externer Zugriff auf MySQL erlaubt sein soll.

SEO Agentur Testsieger

Der Reiter Weitere steuert, ob ausgehende Verbindungen von CGI-Programmen abgelehnt werden sollen, wann eine E-Mail-Benachrichtigung bei Erreichen
der definierten Festplattenauslastung stattfinden soll (Angabe in Prozent) und ob IPv6 verwendet werden soll (wir enmpfehlen, Ipv6 zu aktivieren).

Auf geht’s zum nächsten Untermenüpunkt, den Anwendungen. Dahinter verbergen sich One-Click Installer für folgenden von Strato vorgegebene Anwendungen:

  • Content Management Systeme
    • WordPress (von Strato als Blog bezeichnet)
    • Drupal
    • Joomla
    • typo3
  • Foren: phpBB
  • Gallerien: gallery
  • Webanalyse: piwik

WordPress kann hier sehr leicht mit wenigen Klicks installiert werden, wie das genau geht, beschreiben wir in einem extra Artikel.

Menüpunkt SSL-Verwaltung

Hier kann man ein offizielles SSL-Zertifikat beantragen, was allerdings kostenpflichtig ist. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die der folgende Screen zeigt:

Strato Managed Server Konfiguration
Strato Managed Server SSL

Ab € 3,90 pro Monat und Domäne ist man dabei, nach oben sind fast keine Grenzen… Will man SSL ohne Zertifikat nutzen, geht das über den Untermenüpunkt SSL-Proxy, dort kann man pro Domäne oder Subdomäne das SSL-Protokoll aktivieren. Die Aktivierung dauert ca. 30 – 60 Minuten, so dass ein wenig Geduld angebracht ist. Die eigene Domäne ist dann nicht nur via HTTP, sondern auch über HTTPS erreichbar, was als SEO-Maßnahme sinnvoll ist, denn Suchmaschinen wie Google schauen auch nach diesem Kriterium.
Allerdings ist die SSL Proxy keine echte SSL-Anbindung, denn wenn Deine Domäne beispielsweise blog.deinblog.de lautet, dann ist die SSL-Adresse mit Proxy https://ssl-id1.de/blog.deinblog.de anstatt https://blog.deinblog.de !

Etwas kryptischer wird es unter CSR erstellen, CSR steht für Certificate-Signing-Request. Man gibt im CSR ein paar Daten an, darunter das Land, den Domainnamen, das Bundesland, die Stadt, die Firma und die Abteilung. All diese Infos werden später ins Zertifikat aufgenommen. Die Daten des CSR werden dann in Form eines Base64-Datenblocks angezeigt, den man benötigt, um bei einer Zertifizierungsstelle ein Zertifikat zu beantragen. Vorab erlaubt der Strato Managed Server die Generierung eines Test-SSL-Zertifikats, mit dem man bis zur finalen Zertifizierung vorab per SSL auf die eigene Webpräsenz zugreifen kann.

Mit dem Punkt Zertifikat einliefern kann man das o.g. Testzertifikat oder ein reales von einer Zertifizierungsstelle einliefern, das Zertifikat wird damit also auf dem Server aktiviert.

Menüpunkt Security

Unter diesem Menüpunkt verbirgt sich eine Monitoring-Funktionalität, die in der niedrigsten Stufe kostenfrei ist und die Verfügbarkeit der Webseite checkt sowie PING-Anfragen absetzt, die kostenpflichtigen Pakete bieten indes mehr:

Strato Managed Server
Strato Managed Server Monitoring

Neben der Webseite können auch der Mailserver, FTP-Dienste, DNS Services sowie MySQL und die Performanz des Strato Managed Servers überwacht werden. Eine Benachrichtigung per SMS gibt es nur bei den kostenpflichtigen Service Levels.

Menüpunkt Google Services

Hier gibt es nichts wirklich Interessantes, da mehr oder weniger nur auf Google Adwords verlinkt wird, mit der Möglichkeit, einen Gutschein zu erhalten (diesen gibt es aber auch außerhalb von Strato direkt bei Google AdWords.

Menüpunkt Änderungsformulare

Hier können Vertragsänderungen in Auftrag gegeben werden, bis hin zur Kündigung des gesamten Pakets, das ganze läuft über den herkömmlichen Strato Kundenbereich, bei dem man sich deswegen auch einloggen muss. Übrigens: Wenn man innerhalb des ersten Monats den Strato Managed Server abbestellen möchte, sollte man das durch stornieren tun, nicht durch kündigen. Denn dann bekommt man sein Geld für alle Monate ab dem 2. zurück. In diesem Fall am besten das Mailcenter benutzen und nachfragen, wie das stornieren geht (man bekommt dann eine Mailadresse genannt).

Menüpunkt Hilfe und Kontakt

Von hier aus kann man in das FAQ-Center springen oder ins Mail Center, von wo man direkt per Mail und als authentifizierter User eine Nachricht/Frage an den Strato Kundendienst schicken kann. Ebenfalls werden Servicetelefonnummern genannt. Wir haben bereits des öfteren eine Anfrage an diese per Telefon gestellt, auch gelegentlich am Wochenende. Der First Level Support konnte einige grundsätzliche Fragen direkt beantworten. Wenn der Mitarbeiter mit einer etwas tiefer gehenden oder technischen Frage konfrontiert wird, leitet er direkt an einen spezifischen Ansprechpartner oder gar die Basisabteilung weiter, die jedenfalls uns bisher immer kompetent geholfen hat. Dafür gibt es ein dickes Lob an Strato!

Die Shell für den Managed Server (Putty)

Wer sich gewundert hat, wo denn jetzt Cron-Jobs eingeplant werden können, dme sei verraten, dass diese über die Shell einzustellen sind. Hier fühlt man sich wieder wie ein kleiner Freak, der den vi-Editor vorgesetzt bekommt und erst mal lernen muss, ihn zu bedienen (oder in der Erinnerung kramen muss, welche Tastenkombi denn jetzt für welchen Befehl steht). Tatsächlich muss man Textdateien editieren, um Cron-Jobs zu konfigurieren.

Also zunächst Putty herunterladen, starten und die Konfiguration für den Managed Server wie folgt angeben:

Danach in der Shell den Cronjob wie folgt einstellen: Diesen Befehl in der Shell-Konsole eingeben:

crontab -e

Danach die Textdatei editieren und beispielsweise folgende Zeilen reinschreiben und die Textdatei speichern:

0,10,20,30,40,50 * * * * curl http://www.deinedomaene.de/deinverzeichnis/deinedatei.php >kunden/pages/ex/0x/d0020xxx/home/htdocs/deinlogverzeichnis/log.txt 2>&1

Dieser Befehl macht folgendes:

  • Alle 10 Minuten wird mittels CURL die angegebene URL ausgeführt, in diesem Fall ein PHP-Script namens deinedatei.php
  • Die Ausgabe des Scripts wird in eine Datei namens log.txt geschrieben
  • Auch Fehler werden in das Log geschrieben, dafür sorgt die Angabe am Ende des Befehls

Wer die Shell-Möglichkeiten des Managed Servers ausreizen will und gerade mal 4 Euro für ein Buch ausgeben will, dem sei die Linux Befehlsreferenz kompakt wärmstens empfohlen. Teurer, aber auch thematisch wesentlich komplexer ist Linux: Das umfassende Handbuch (inkl. e-book).

Der Strato Kundenbereich

Neben der Strato Managed Server spezifischen Admin-Konsole steht einem auch der klassische Strato Kundenbereich zur Verfügung. Dort kann man beispielsweise FTP-Zugänge einrichten oder Maileinstellungen vornehmen und seine Vertragsdaten einsehen und das Masterpasswort ändern.
Einen guten Einstieg für weniger versierte Webmaster, die grundlegende Englischkenntnisse haben, bietet das Buch Web Hosting for Dummies von Peter Pollock.

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9.3

Praxiswert

10/10

Verständlichkeit

9/10

Umfang

10/10

Preis

9/10

Vorteile

  • Zahlreiche Praxisbeispiele
  • Viele wichtige Themen
  • Über 900 Seiten stark
  • Sehr aktuell
  • Infos zur Online Monetarisierung

Nachteile

  • Buch ist schwer

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Dr. Klaus Meffert
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Dr. Klaus Meffert

Der Autor ist Diplom-Informatiker und hat neben seinem Beruf als Organisationsberater zum Doktoringenieur promoviert. Er besitzt 30 Jahre Erfahrung im IT-Bereich (Software-Lösungen, Apps, Web, Online-Marketing, IT-Beratung) ist mehrfacher Buchautor und Autor zahlreicher Fachartikel. Er hilft Unternehmen mit maßgeschneiderten Software-Lösungen und mit besseren Google-Rankings zu mehr Erfolg.
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