Ranking Faktoren gewichten natürlichen Content höher als Keywords

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Suchmaschinenoptimierung ist an sich schon kompliziert. Die Entwicklungen in der Vergangenheit machen daraus eine Geheimwissenschaft. Eine einfache Formel hilft aus dem Dilemma.

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Photo Harry Potts

Ranking Faktoren und ihre Entwicklung

In einem Beitrag des Moz Blogs sind die entscheidenden Ranking Faktoren aus Sicht von Suchmaschinen beschrieben. Erste Erkenntnis: Keywords spielen keine so große Rolle mehr, sie haben erst recht nicht mehr die Bedeutung wie vor wenigen Jahren noch.

Selbst unter den Top Seiten in den Trefferlisten taucht das gesuchte Schlüsselwort nur in 10% der Fälle im Beschreibungstext oder im Titel der jeweiligen Seite auf, das ist bemerkenswert! Ähnliches gilt übrigens auch für Überschriften mit Level 1 oder 2 (als H1 oder H2). Auch hier sucht man das Keyword in den meisten Fällen vergebens.

Backlinks, die im Ankertext das gesuchte Keyword enthalten, haben zwar in der Anzahl zugenommen, wenn man sich die besten Treffer in den SERPs ansieht. Jedoch bewertet Google beispielsweise seit längerem schon die Qualität der verlinkenden Domäne kritisch. Mehr Backlinks heisst nicht automatisch bessere Resultate, es kann sogar das Gegenteil der Fall sein!

Proof Terms

Seit einiger Zeit sind Search Engines in der Lage, zu einem Content und gegebenem Keyword zu beurteilen, wie stark der Inhalt wahrscheinlich mit dem Suchbegriff zusammenhängt und ob es sich womöglich um Web Spam handelt. Ein Proof Term ist ein Begriff, den ich als Umfeldbegriff bezeichnen würde. Er kommt für gewöhnlich (in den meisten Fällen von gutem Content nämlich) zusammen mit dem Suchwort im Text vor. Fehlen mehrere Proof Terms, ist das ein Anzeichen dafür, dass der Text entweder schlechten Inhalt darstellt (der Autor des Textes hat zu wenig geschrieben, das Thema nicht genügend betrachtet o.ä.) oder es sich um Spam handelt (absichtlich schludriger Text, mit dem Ziel, mit wenig Aufwand viel Effekt zu erreichen).

Ähnlich sind die relevanten Terme einzustufen. Das sind Begriffe, die verwandt mit dem Suchbegriff sind und ebenfalls normalerweise zusammen mit diesem auftreten, wenn es sich um einen vernünftigen Inhalt handelt.

Textlänge hat zugenommen

Auch die Textlänge hat von einem Jahr auf das nächste rapide zugenommen, was eine Auswertung der Top Positionen in den Suchergebnissen ergab. Tendenziell sind also sehr lange Texte die Top Treffer, deren Länge ist bei ca. 9000 Zeichen im Durchschnitt. Das war Ende 2014 so, ein Jahr davor war die Textlänge auf den Top-Positionen im Durchschnitt über 1000 Zeichen geringer

Themenbegriffe und Landing Pages

Bisher war es möglich, sich profitable Keywords herauszusuchen und pro Schlüsselwort einen Landing Page zu erstellen. Das funktioniert immer noch gut, wenn die Keywords thematisch zueinander passen und ansonsten nicht allzu viel Content auf der Website vorhanden ist. Denn mehr Inhalt ist besser für die gesamte Webpräsenz. Kannibalisieren sich die Landing Pages aber oder treten sie in Konkurrenz zu produktiven Seiten, dann wirkt das kontraproduktiv.

Meine Erfahrung mit thematisch verwandten Seiten ist, dass erst, wenn mehrere, aus SEO-Sicht gute Artikel oder Pages vorhanden sind, wird eine Suchmaschine diese als halbwegs relevant ansehen (ungeachtet der Tatsache, dass ein Top Content, der viele Klicks bekommt, alleine durch die Zahl der Besucher gepusht wird).

Die wichtigsten Faktoren für das Ranking

Laut dem o.g. Moz-Blog sind die bedeutsamsten Faktoren, die die Position in den Trefferlisten beeinflussen, folgende und zwar angefangen beim wichtigsten Faktor:

  • Click-Through Rate: Wie oft wurde ein Link in den SERPs angeklickt?
  • Vorkommen relevanter Terme im Content
  • Google+ Empfehlungen (Google Plus Button Klicks)
  • Anzahl der (qualitativ hochwertigen) Backlinks
  • Anzahl der Facebook Shares
  • Weitere Facebook Aktivität (Posts etc.)
  • Kommentare auf Facebook
  • Pinterest Aktivitäten
  • usw.

Meine Annahme ist, dass die Facebook-Gewichtung in Zukunft deutlich zurückgehen wird, alleine schon wegen Google+, aber auch, weil Facebook nach meiner Wahrnehmung von den Digital Natives nicht mehr so stark favorisiert wird wie noch vor 2 Jahren.

Fazit

Würde man direkt dafür bezahlt werden, guten Content zu erstellen, dann wäre alles kein Problem. Jedoch verdienen die meisten nichts oder kaum etwas für Inhalte, deren Erstellung viele Stunden Arbeit kostet. Ein Artikel alleine ohne Begleitartikel oder andere Blog-Seiten wird so gut wie keine Chance in den Suchmaschinen haben. Andererseits ist es mehr denn je wichtig, lange und gut recherchierte Artikel zu schreiben, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Wer Texte schreiben will, sollte das in erster Linie tun, weil er Spaß daran hat oder weil er bereits Geld damit verdient. Wer dies nur tut, um irgendwann mal erfolgreich zu sein, dem sei gesagt, dass er wenig Freude haben wird. Zumal die Entwicklung bei den Algorithmen der Suchmaschinen immer mehr in die Richtung gehen, dass Antworten direkt auf den Ergebnisseiten erscheinen werden und immer weniger über Links auf Webseiten zum Leser gelangen.


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Dr. Klaus Meffert

Der Autor ist Diplom-Informatiker und hat neben seinem Beruf als Organisationsberater zum Doktoringenieur promoviert. Er besitzt 30 Jahre Erfahrung im IT-Bereich (Software-Lösungen, Apps, Web, Online-Marketing, IT-Beratung) ist mehrfacher Buchautor und Autor zahlreicher Fachartikel. Er hilft Unternehmen mit maßgeschneiderten Software-Lösungen und mit besseren Google-Rankings zu mehr Erfolg.
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Ein Gedanke zu „Ranking Faktoren gewichten natürlichen Content höher als Keywords

  1. Hallo Herr Meffert,

    ich musste heute mit erschrecken feststellen das Sie in diesem Artikel wohl recht haben 🙂 Ich habe einfach mal getestet welcher Text auf meiner Seite am Besten bewertet wird.

    Zum Vorschein kam ein Text in welchem das Haupt-Keyword kein einziges mal im Inhalt vorkommt. ( Nur im Titel, Überschrift und Metadaten )
    Ohne auch nur einen Backlink ranked der Text bei Pos. 3-4.
    Den Grund dafür habe ich jetzt in Ihrem Beitrag gefunden und Frage mich wie ich dies auf meine anderen Texte anwenden kann die deutlich mehr Keywords besitzen.

    Mit Besten Grüßen
    Artur J.

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