Google PageRank – der Algorithmus und seine Bedeutung

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Der PageRank als Qualitätskriterium von Google für die Relevanz einer Domäne ist quasi in der Versenkung verschwunden. Er wird zwar immer noch für die Bewertung einer Seite herangezogen, ist aber nicht mehr so ausschlaggebend wie früher.

Google PageRank

Was ist der PageRank?

Der Pagerank, auch mit PR abgekürzt, ist nur eines von sehr vielen Merkmalen für die Beurteilung der Relevanz einer Seite hinsichtlich einzelner Keywords. Der PR misst die Anzahl von Backlinks hin zu einer spezifischen Domains. Dabei wird jeder einzelne gefundene Verweis allerdings noch gewichtet und zwar nach einem relativ komplizierten Prinzip.

Erstens hängt es davon ab, welche Domänenauthorität bzw. welchen PageRank eine verlinkende Webseite selbst hat. Zweitens ist wichtig, wie viele andere ausgehende Links auf der Site vorhanden sind. Drittens kommt es auf den Ankertext des Verweises an, also darauf, mit welchem Text der Link zu sehen ist. Viertens ist der Kontext zum Backlink entscheidend.

Was der Kontext ist, kann nicht ad hoc beantwortet werden, hier spiele wiederum viele Faktoren mit: Die unmittelbar in der Nähe des Links befindlichen Begriffe. Weiterhin der Kontext des Abschnitt und natürlich auch des gesamten Beitrags. Ferner der Titel des Artikels und das Hauptthema der Webpräsenz.

Backlinks als Indikator

Da der PageRank einer verlinkenden Seite ermittelt werden muss, bevor er sich auf den PageRank der verlinkten Domain auswirken kann, ist ein rekursives Verfahren mit theoretisch undendlich vielen Durchläufen zur Berechnung der Ränke anzuwenden. In einem Wikipedia Artikel ist das sehr schön erklärt und illustriert.

Es werden übrigens nur Backlinks gewertet, die nicht mit dem nofollow Tag markiert sind. Normale Tags sind automatisch als follow ausgeprägt. Ist ein Link mit nofollow versehen, existiert er aus Sicht der Suchmaschine quasi nicht (mit Ausnahme dessen, dass er wahrscheinlich durch einen Crawler prozessiert wird).

Die folgende Grafik illustriert die Berechnungsgrundlage ganz nett:

Backlink Einfluss
Understanding Google PageRank (Quelle zippycart.com)

Das Bild zeigt nur schematisch, wie der Algorithmus zur Ermittlung der Relevanz einer Site arbeitet. Die Einteilung aller Domains in die 7 links obne im Kasten gezeigten Kategorien ist vom Autor des Bildes willkürlich gewählt.

PageRank eine reine Google Erfindung

Der PageRank ist eine Google Erfindung (benannt nach Larry Page und nicht, wie oft irrütmlich angenommen, nach dem englischen Begriff Page für Seite)und wird auch nur von dieser Suchmaschine verwendet. Andere Suchmaschinen werten Backlinks natürlich auch, aber auf andere Weise. Es heißt, bei Bing werden Backlinks stärker gewertet als Google dies aktuell noch tut.

Neben dem PageRank gibt es einige hundert weiterer Kriterien, die das Ranking einer Seite in den Suchergebnissen beeinflussen. Die genaue Formel wird natürlich unter Verschluss gehalten, insbesondere die Gewichtung einzelner Faktoren. Beispielsweise ist auch entscheidend, wie viele interne Links auf einer Seite vorhanden sind und wie das Verhältnis zu extern verlinkten Ressourcen ist.

Als Qualitätsfaktor weniger Bedeutung

Wie oben geschrieben, wird der PageRank als Qualitätsfaktor für eine Domäne nur noch marginalisiert in die Bewertung einbezogen bzw. gilt dies in erster Linie für die Anrechnung von Link Juice aus Backlinks. Da pro Webseite recht viele externe Links existieren und meist eben nicht nur einer, ist die vererbte Linkkraft somit nicht extraordinär groß. Es ist daher besser, einen Backlink von einer PR3 Domäne zu haben, der für sich alleine steht als einen von einer PR7 Domain, auf deren Beitragsseite insgesamt 10 ausgehende Referenzen vorkommen. Link Spamming hat Google zu der Aussage gebracht, dass die Suchmaschine am liebsten gar keine Backlinks mehr werten würde, wenn es ginge. Davon sind wir aber noch ein, zwei Jahre entfernt (das war nicht ironisch gemeint).

Zudem hat Google den öffentlich einsehbaren PageRank seit längerem nicht mehr aktualisiert, wie der Mitarbeiter der Suchmaschine, Johnny Mueller, kundtat. Man kann das sehr schön an relativ neuen Websites beobachten, die einen schnell wachsenden Content sowie steigende Besucherzahlen zu verzeichnen haben. Auch Backlinks von diversen Quellen führen nicht dazu, dass der PageRank angezeigt wird. Stattdessen wird er als unbekannt geführt, wenn man etwa die einschlägigen Tools wie die SEO Plugins für Browser verwendet.

Tools

Um den PageRank einer Webseite herauszufinden, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die vielleicht einfachste ist, eine Toolbar zu verwenden. Das Chrome Plugin Open SEO Stats bietet eine solche Toolbar, die direkt beim Aufruf einer Webseite den Google PR in der Kopfzeile anzeigt, sehr praktisch. Für Firefox gibt es dieses Tool ebenfalls, das den Rang ad hoc berechnet.

Um sein Ranking zu checken und zu verbessern, sind die SEOStats wärmstens zu empfehlen, sie heißen nicht umsonst auch Page Rank Status. Ein anderes cooles Werkzeug ist die MozBar von Mozilla. Sie zeigt zusätzlich die Page Authority und die Domain Authority zur aktuell im Browser angezeigten URL an.

Auswirkung von Updates

Der Page Rank ist nicht in Stein gemeißelt. Nicht nur dass er sich naturgemäß durch das sich veränderte Linkprofil einer Seite verändert und auch, weil viele Domains ihren Content regelmäßig aktualisieren. Ganz zu schweigen von gelöschten oder gar wiederbelebten Domänen.

Mit diversen Updates sorgt die Suchmaschine Google selbst für eine Anpassung der Berechnungsvorschriften. So gab es beispielsweise nach dem Panda Update zahlreiche massive Schwankungen in den Rankings, denn dieses zielte auf die Eindämmung von Web Spam ab.

Verteilung auf deutsche Domains

Eine ältere Statistik zeigt, dass unter den einheimischen Webseiten die reichweitenstärksten 100 davon mit 38 Prozent der PR von 6 am häufigsten vertreten war und der höchste Rang 9 immerhin einen zweiprozentigen Anteil hatte. Immerhin konnte man an der Verteilung ablesen, dass 19 Prozent der Top Domänen einen schlechteren Page Rank als 5 hatten, was als Indikator gewertet werden kann, dass es nicht alleine darauf ankommt.

Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung gibt es also regelmäßig etwas zu tun, um die Position in den Trefferlisten zu halten oder gar auszubauen. Der PageRank ist dabei zwar in der Bedeutung zurückgegangen, aber nach wie vor halbwegs entscheidend. Backlinks werden mittelfristig signifikant bleiben. Es kommt auch auf die Verteilung dieser an, ebenso wie die internen Links verteilt sind und in welcher Relation sie zu den externen Verweisen stehen. Man sollte stets die Updates im Auge behalten, die teils im Geheimen durchgeführt werden, siehe das mysteriöse Phantom 2 Update.


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Dr. Klaus Meffert
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Dr. Klaus Meffert

Der Autor ist Diplom-Informatiker und hat neben seinem Beruf als Organisationsberater zum Doktoringenieur promoviert. Er besitzt 30 Jahre Erfahrung im IT-Bereich (Software-Lösungen, Apps, Web, Online-Marketing, IT-Beratung) ist mehrfacher Buchautor und Autor zahlreicher Fachartikel. Er hilft Unternehmen mit maßgeschneiderten Software-Lösungen und mit besseren Google-Rankings zu mehr Erfolg.
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3 Gedanken zu „Google PageRank – der Algorithmus und seine Bedeutung

  1. Mir ist es auch schon aufgefallen, dass sich mein PageRank gar nicht entwickelt hat, obwohl der Traffic auf meiner Site dauernd zunimmt. Google hat wohl keine Lust mehr uns zu verraten was der PR einer Seite ist. Sonst wirds für die black hat seo typen zu leicht…

  2. Ist der PR eigentlich noch ein „entscheidender“ Ranking Faktor? Ich bezweifel das stark! Meine Seiten haben alle keinen Pagerank und trotzdem ranken diese gut.

    1. Der PageRank wird seit längerem von Google nicht mehr aktualisiert. Das bedeutet auch, dass alle Domänen, die vor nicht allzu langer Zeit (ca. 1-2 Jahre) neu aufgebaut wurden, keinen PageRank ausgewiesen bekommen.
      Für altere Domains wird der PageRank öffentlich ausgewiesen, der zum Zeitpunkt X in der Vergangenheit vorhanden war.
      Der tatsächliche PageRank ist also nicht ersichtlich. Der ausgewiesene PageRank hat oft nichts mit dem tatsächlichen zu tun!
      Google geht zwar hin Richtung anderer Ranking-Faktoren, wie der Verweildauer von Besuchern und der Bounce-Rate. Aber dennoch sind eingehende Links immer noch ein Qualitätsfaktor, und somit der tatsächlich vorhandene, aber öffentlich nicht angezeigte PageRank-Wert!

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