Alexa Google Skill: Sprach-Suche mit Amazon Echo

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Alexa kann von Hause aus keine freie Suche über Google ausführen. Im Web kursieren diverse inoffizielle Lösungen. Keine funktioniert. Wir erklären, warum die Google Suche nicht möglich sein kann.

Amazon Echo und Echon Dot

Amazon Echo wird über die Sprachintelligenz namens Alexa gesteuert. Das dürfte den meisten mittlerweile aus Funk und Fernsehen bekannt sein. Über die in Echo eingebauten Mikrofone kann eine Person mit Alexa sprechen. Die Spracheingabe wird über das Internet am ein Amazon Rechenzentrum geschickt und dort verarbeitet. Über Algorithmen wird dann versucht, die Sprache in einen Text umzuwandeln, der dem Gesagten entspricht.

Es wäre doch schön, wenn man über Alexa auch eine Google Suche absetzen kann, quasi eine Sprach-Suche. Anstatt einen beliebigen Suchbegriff ins Smartphone oder den Computer eintippen zu müssen, erstellt man eine Skill mit dem Rufnamen GoogleSearch. Dann wünscht man sich, eine Sprach-Suche wie die folgende ausführen zu können:

Alexa, frage GoogleSearch, was ist ein Backsteinhaus

Aus Gründen der Vereinfachung haben wir hier die Satzstellung so gewählt, wie man sie direkt bei der Google-Suche verwenden würde (Was-Fragen).

Alexa versteht vieles nicht

Diese Frage versteht Alexa nicht, egal wie der Skill programmiert wird. Der Grund: Das Wort Backsteinhaus ist nicht im Wortschatz der Amazon-Lösung! Es kann sein, dass sich diese Tatsache demnächst ändert. Aktuell ist es aber ganz sicher so und wer das Gegenteil behauptet, der verdreht die Realität.

Hingegen ist Alexa das Wort Haus bekannt. Man kann es also in einer Skill abfragen. Die Frage Was ist ein Haus wird so beantwortet:

Ein Haus ist ein Gebäude, in dem Menschen leben oder arbeiten, d. h. ein Wohngebäude oder Geschäftsgebäude.

Diese Definition deckt sich sehr genau mit dem, was in Wikipedia geschrieben steht. Ganz abgesehen davon, dass „d.h.“ falsch ausgesprochen wird, nämlich in Form von zwei Buchstaben anstatt als „das heisst“.

Bekannte Worte sind im Wortschatz

Bekannte Personen und allgemeine Gegenstände des täglichen Lebens sind im Sprachwortschatz von Echo enthalten. Man kann sich Informationen zu diesen OHNE jegliche Google-Skill zurückgeben lassen. Das beweist folgende Anfrage:

Alexa, sage mir, wer Angela Merkel ist.

Die Antwort von Echo lautet:

Angela Dorothea Merkel ist eine deutsche Politikerin und seit dem 22. November 2005 Bundeskanzleri der Bundesrepublik Deutschland.

Diese Antwort ist übrigens falsch, wenn man berücksichtigt, dass es auch noch andere Personen mit selbem Namen gibt. Wer sagt denn, dass ich die Bundeskanzleri meinte? Bei eher häufigen Namen wie Klaus Töpfer wird es noch komplizierter. Schränkt man die Frage auf einen Ort ein, versteht Alexa die Sprachanfrage wiederum nicht.

Was bedeutet das für Skills?

Eine Skill besteht aus sogenannten Intents. Pro Intent gibt es beliebig viele Slots, das sind Platzhalter für Parameter, die bei der Spracheingabe ausgewertet werden können. Für die Google Suche gibt es einen Slot, nämlich die Suchanfrage. Damit Alexa den Sprach-Input für eine Skill korrekt verarbeitet kann, müssen Beispielanfragen definiert werden. Diese Beispiele heißen Sample Utterances. Für unsere Suche wären solche Beispiele:

  • Suche nach {suchphrase}
  • {suchphrase}

Viel mehr Beispiele machen keinen Sinn, denn wir wollen eine generische Lösung.

Ruft man die Such-Skill nun auf und spricht einen Suchbegriff, dann wird dieser über den Parameter namens suchphrase an die Skill übergeben. Die Skill wertet diesen Parameter aus und verarbeitet ihn. Im Beispiel der Alexa Google Skill wird nach der Suchphrase gesucht und das Ergebnis wird in Form einer Trefferliste zurückgeliefert. Weil Alexa aber sehr viele Begriffe und vor allem die meisten Eigennamen von Personen oder Ortschaften nicht versteht, ist das Vorhaben nur von wenig Erfolg gekrönt.

Der Quellcode einer GoogleSearch, die auf GitHub zu finden ist, ist also relativ wertlos! Auch das Video auf Youtube, das demonstrieren soll, dass eine beliebige Sprachsuche angeblich funktioniert, ist kein Beleg. Im Video wird nämlich nur gezeigt, dass über das Skills Test Tool ein korrektes Ergebnis für die Suche nach Wie alt werden Hunde liefert. Das Test Tool basiert darauf, dass man in Textform (nicht als Sprachbefehl) eine Eingabe macht, um schnell eine Entwicklung zu prüfen. Texte werden natürlich perfekt erkannt, denn sie müssen nicht mehr umgewandelt werden.

Auch das Beispiel aus einem Youtube Video mit der Frage Was ist eine Heizung ist unglaubwürdig. Zuerst wird demonstriert dass diese Frage von Alexa nicht verstanden wird. Danach wird die selbst programmierte Google Skill aufgerufen und dasselbe gefragt. Sie liefert wie durch ein Wunder das richtige Ergebnis. Erstens kann Echo selbst und ohne Skill diese Frage korrekt beantworten (einfach selbst ausprobieren: Alexa, was ist eine Heizung). Zweitens könnte es sein, dass die Custom Skill der Einfachheit halber für die Video-Demo immer nach einer Heizung sucht. Bevor man also anfängt, auf Amazon Lambda mit Node.JS eigene Skills zu programmieren, sollte man die Einschränkungen kennen. Das erspart viel unnötiges Ausprobieren.

Vorläufiges Ergebnis

Alexa kann keine beliebigen Spracheingaben erkennen! Einzelne Begriffe oder Personennamen, die in Wikipedia verzeichnet sind, versteht Echo. Auch populäre W-Fragen, die die Entwickler von Amazon vorher berücksichtigt haben, werden bis zu einem gewissen Grad verstanden. Namen von Personen, die weit verbreitet sind, versteht Alexa ebenso, beispielsweise Meier oder Müller. Exotischere Namen wie Baldanza sind noch unmöglich. Das alles kann sich schnell ändern, weil Amazon gerade einen Massentest in hunderttausenden deutschen Haushalten durchführen kann.

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Geschäftsführer bei IT Logic GmbH
Der Autor ist Diplom-Informatiker und hat neben seinem Beruf als Organisationsberater zum Doktoringenieur promoviert. Er besitzt über 25 Jahre Erfahrung im IT-Bereich (Software-Lösungen, Apps,Web, Online-Marketing,) ist mehrfacher Buchautor und Autor zahlreicher Fachartikel. Er hilft Unternehmen mit maßgeschneiderten Software-Lösungen und mit besseren Google-Rankings zu mehr Erfolg.
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