Bei Google AdSense gesperrt: Was tun?

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Google sperrt öfters AdSense Konten, ohne eine Begründung zu nennen. Der Einspruch gegen eine Sperre, die oft unberechtigt erscheint, ist wenig zielführend.

AdSense Konto Sperre

Wann sperrt Google ein Konto?

Es gibt viele mögliche Gründe, die Google jedoch meist dem betroffenen, also dem Publisher, der gesperrt wurden, nicht mitteilt.
Lapidar teilt Google per Mail lediglich mit, dass die ausgeklügelten Algorithmen des Suchmaschinenbetreibers irgend etwas Verdächtiges festgestellt haben wollen, etwa ungültige Aktivitäten.

Was eine ungültige Aktivität ist, wird nur rudimentär erklärt. Als Beispiele werden in den AdSense Richtlinien genannt:

  • Der Publisher hat selbst auf die von ihm geschalteten Anzeigen geklickt, um seinen Werbeumsatz zu erhöhen
  • Der Werbetreibende hat andere Personen unlauter motiviert, etwa durch Bezahlung, auf AdSense Anzeigen auf seiner Webseite oder AdMob-Ads in seiner App zu klicken
  • Irgendjemand hat mehrfach auf Anzeigen geklickt

All das ist oft nicht wirkllich realistisch. Jeder, der diesen Artikel liest (und ihn vorher wahrscheinlich gegooglet hat), wird kaum selbst Betrug begangen haben. So dumm ist kaum ein Webmaster, dass er nicht annehmen muss, das heutzutage selbstverständlich mit Leichtigkeit festgestellt werden kann, woher Klicks kommen.

Google AdSense
Google AdSense: deaktiviertes Konto

Man würde sich als intelligenter Mensch selbst betrügen, wenn man dauernd auf die selbst eingebundenen Anzeigen klickt.

Die Richtlinien für Werbetreibende

Weitere Beispiele aus den Richtlinien für Webmaster schließen die Verbreitung von Malware ein oder von gewaltverherrlichenden oder sonstwie unerwünschten Materialien. Auch eine fehlende Datenschutzerklärung kann der Grund für eine Kontosperre sein (doch dann könnte man auch einfach darauf hinweisen und der Betroffenen kann sofort gezielt reagieren, denn auch er möchte ja die Sperre vom Hals haben).  Ein möglicher Grund kann ebenfalls die eigenmächtige und unerlaubte Änderung am AdSense-Code sein (doch wer tut das?). Schwieriger wird es zu prüfen, ob AdSense zusammen mit anderen Werbeformen eingesetzt wurde und eine Verwechslungsgefahr bestanden haben könnte. In meinem Fall war das nicht so, denn AdSense war die einzige Werbequelle. Die Webmaster Richtlinien sind also alles andere als einfach einzuhalten, so sehr man sich auch bemüht, dies zu tun. Als erstes müsste man quasi auf jedwede Werbung außer auf Google AdSense verzichten, so scheint es…

Sind die Sperren von Google willkürlich?

Ganz ohne Grund wird es sicher keine Sperre geben, denn die Kalifornier verdienen viel Geld mit AdWords und AdSense. Da mir selbst der Account ohne ersichtlichen Grund gesperrt wurde, kann ich allerdings schon ein paar Mutmassungen anstellen, die in Richtung Willkür gehen.

Jeder Publisher wird sicherlich einige wenige Male auf geschaltete Anzeigen auf seiner Website geklickt haben, alleine schon um zu prüfen, ob das ganze funktioniert. Insbesondere bei Apps auf Android oder iOS Systemen sollte man das mal prüfen, da die Funktionsfähigkeit des Popup-Mechanismusses bei einer App komplizierter ist als im Browser. Also Minimotivation wird möglicherweise auch die Aussicht auf ein paar Cent Zusatzeinnahmen vorhanden sein. Als dritte Möglichkeit gibt es Anzeigen, die einen tatsächlich persönlich interessieren und die man aus lauteren Motiven anklickt.

Reale Gründe für eine Konto-Sperre

Warum also wird ein AdSense Konto nun tatsächlich gesperrt, und zwar anzunehmenderweise in der Mehrzahl der Fälle? Ich habe hierzu zwei Theorien:

Die erste ist weniger wahrscheinlich, da Google den Grund hierfür einfach nennen könnte, ohne als unmenschlich zu gelten: Der Publisher macht zu wenig Umsatz mit Anzeigen, weil er zu wenig Traffic, also zu wenig Besucher auf seiner Webpräsenz oder für seine App generiert.

Die zweite Theorie ist die meines Erachtens wahrscheinlichste (es gibt womöglich weitere Theorien, die mir aber nicht ersichtlich sind): Google hat plötzlich einen massenhaften Anstieg in der Anzahl der Visits, Impressionen, Klicks oder was auch immer an Kennzahlen ausgewertet wird, für ein AdSense Konto festgestellt. Wie kommt das nun zustande?

Ursachen für massiv erhöhten Traffic

Das höchste Ziel jedes Webmasters ist es doch, einen sprunghaften Anstieg an Besuchern zu erreichen. Und das kommt gar nicht selten vor, hier einige Möglichkeiten:

  •  Social Media Kampagnen: Ein gut gestalteter Tweet, Google+ oder Facebook Post kann in kürzester Zeit massiv Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Als massiv kann man bei bisher 100 Besuchern pro Tag schon einen pötzlichen und nur kurz anhaltenden Anstieg auf 300 Besucher bezeichnen!
  • Entwicklertätigkeiten: Wer selbst beispielsweise in WordPress oder auf einer mit PHP erstellten Webseite komplexere Änderungen vornehmen muss, die häufiges Ausprobieren mit sich bringen (bis das ganze wie gewünscht funktioniert oder aussieht), der muss zwangsweise in kürzester Zeit sehr oft seine eigene Webseite aufrufen.
  • Neuen Beitrag mit interessantem Thema publiziert: Viele Posts ziehen nur wenige Visits nach sich, bei einigen wenigen gelingt der große Wurf, die Besucherzahlen steigen akut an.
  • OnPage und Offpage Optimierungen: Dazu zählen SEO & SEM Maßnahmen wie das Verbessern der Seitenstruktur, das optimieren des Contents auf Keywords oder Linkbuilding (Backlinks oder interne Verlinkung). Es kann auch vorkommen, dass auf Wikipedia, aus welchem Grund auch immer, Links auf die eigene Domäne auftauchen und für mehr Traffic sorgen

Der Pressesprecher von Google, Stefan Keuchel, lässt in einem Video-Interview selbst die Problematik erkennen, die hinter einer automatischen Erkennung von Unregelmäßigkeiten steckt.

Was tun bei einer Sperre?

Normalerweise erhält man von Google für Seine AdSense Konto Gelegenheit zum Einspruch. Diesen sollte man auch tätigen und zwar relativ sorgfältig. Allerdings geht die Frage nach Einreichung von Server-Protokollen für Zugriffe doch etwas zu weit. Zumal es scheinheilig ist, danach zu fragen, wenn quasi auf jeder Seite eine Google Analytics Verknüpfung besteht und Google selbst am, besten weiß, wer wann von wo welche Seite wie lange aufgerufen hat und wohin verlässt. Das ist Tagesgeschäft von Google und nicht von Webmastern!

Der Einspruch wird also wenig Erfolg haben, das ist erstens meine persönliche Erfahrung und zweitens der Tenor im Netz (siehe die vielen Erfahrungsberichte von anderen abgestraften Seitenbetreibern). Es bringt übrigens nichts, sich ein neues AdSense-Konto zu besorgen, denn das ist verboten. Der eigene Name ist meist lebenslang gesperrt und mit einen falschen Namen sollte mn wirklich keine Geschäfte machen. Der Aufbau einer neuen Webseite bringt auch nichts, man bleibt dieselbe Person. Für die gesperrte Webseite einen anderen Betreiber anzugeben, ist meist auch nicht von Erfolg gekrönt, auf jeden Fall dann nicht, wenn die Inhalte die gleichen bleiben. Also bleibt nur, ohne AdSense klarzukommen.

Alternative Werbeplattformen

Man sollte sich einfach damit abfinden, dass die Zusammenarbeit mit Google beendet ist und sich andere Alternativen suchen. Zunächst muss man sich fragen, welche Werbeform die richtige bzw. angestrebte ist. Es gibt einige Affiliate Plattformen, die alle möglichen Arten von Einnahmen für Blogger und andere Webmaster anbieten. Dazu gehören die Werbetypen:

  • Bannerwerbung
  • Textwerbung
  • Textlinks
  • Popups
  • Bezahlter Content
  • Vermischung von originären Inhalten und Werbeanzeigen

Und für all diese Werbeformen wiederum diverse Vergütungsmodelle:

  • Pay per Click: Bezahlung pro Klick eines Besuchers auf eine Anzeige
  • Pay per View: Wird meist über den Tausend-Kontakt-Preis (TKP) abgerechnet
  • Leads: Beispielsweise wenn jemand auf eine Ad klickt und danach seine Adresse, etwa für ein Gewinnspiel einträgt
  • Sales: Nach erfolgreichem Kauf eines Produktes

Ich kann nur jedem raten, von Anfang an auf ein AdSense Konto zu verzichten und gleich einen alternativen Anbieter zu wählen, der kein Monopol hat. Meist sind diese auskunftsfreudiger und man kann Unzulänglichkeiten wie vernünftige Menschen miteinander regeln und eine für alle einträgliche Lösung finden.

Affiliate Programme

Es gibt zahlreiche Affiliates auf dem Markt. Zuerst ist zu klären, ob eine Webseite oder eine App mit Werbung ausgestattet werden soll, oder sogar beides. Dann ist die Sprache des Contents wichtig: Deutsch oder Englisch oder eine  andere Sprache? Als nächstes kommt es manchen Affiliates darauf an, wie viel Prozent der Besucher aus den USA bzw. aus Europa kommen. Manche Netzwerke möchten nur mit Partnern zusammenarbeiten, die mindestens 50000 Impressionen pro Monat vorweisen können.

Da je nach Antwort auf diese Fragen jeweils andere Werbenetzwerke in Frage kommen, hier nur eine kleine Auswahl:

Das Aus für das AdSense Konto selbst einläuten

eBay bietet seit einiger Zeit ein Partnerprogramm für Publisher an, das aber keine reale Klickvergütung liefert, sondern über Verkäufe vergütet wird.

Ebenfalls interessant für deutsche  Blogger ist Nativendo, ein Anbieter von Werbeblöcken, die sich dem Design des Blogs anpassen und sogar innerhalb der Originalinhalte Texte darstellen können, so als wären es Originalbeiträge (natürlich mit der Kennzeichnung “Werbung”).

Weitere Programme, die auch eine CPC-Vergütung anbieten, gibt es als extra Beitrag.

Wie Google tickt

€ 27,00
Wie Google tickt
9.2

Praxiswert

9.0/10

Verständlichkeit

9.4/10

Umfang

9.1/10

Preis

9.1/10

Vorteile

  • Insiderwissen aus 1. Hand
  • Amüsant geschrieben
  • Für Optimierer
  • Mit SEO-Infos

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Dr. Klaus Meffert
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Dr. Klaus Meffert

Der Autor ist Diplom-Informatiker und hat neben seinem Beruf als Organisationsberater zum Doktoringenieur promoviert. Er besitzt 30 Jahre Erfahrung im IT-Bereich (Software-Lösungen, Apps, Web, Online-Marketing, IT-Beratung) ist mehrfacher Buchautor und Autor zahlreicher Fachartikel. Er hilft Unternehmen mit maßgeschneiderten Software-Lösungen und mit besseren Google-Rankings zu mehr Erfolg.
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